Ghornuti

Ursprünglich als robustes Dreinutzschaf für den hochalpinen Raum genutzt, stand das Schwarznasenschaf in seiner jahrhundertealten Geschichte schon mehrfach kurz vor dem Aussterben. Bereits 1884 sollten staatlich verordnet die Fleisch- und Wollleistung durch die Einkreuzung anderer Rassen gesteigert und die alten Herdbücher nicht mehr anerkannt werden. Diese Mischlinge erwiesen sich aber als nicht geeignet für das harte Leben in den Hochalpen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden große Bestände gekeult, um die damals im Wallis wütenden Tuberkulose-Epidemien einzudämmen. Immer wieder gab es Versuche von offizieller Seite, das Schwarznasenschaf zugunsten einer marktkonformeren Rasse zu verdrängen. Nur den eigensinnigen traditionsbewussten Schweizer Schafzüchtern ist es zu verdanken, dass diese besonderen Schafe erhalten blieben und 1962 auch offiziell als Rasse anerkannt wurden.

In den letzten Jahrzehnten sind die Schwarznasenschafe ein ohne wirtschaftlichen Vorteil, aber mit Liebe, Leidenschaft und Hingabe gepflegtes Kulturgut des Oberwallis, was man auch daran merkt, dass nur diese als „richtige“ Schafe, alle anderen schlicht als „Mutten“ bezeichnet werden.